Auf den Raum zu

Aktives Zeichnen III

Claudia-Maria Luenig (AT/DE) | Anna Rudolf (NL/SUI)

Vernissage: Freitag, 6. März 2026, 19 Uhr

Prozesshaftes Arbeiten: 6. Februar – 8. März 2026

„There is no way to make a drawing – there is only drawing.” (Zu den Zeichnungen von Richard Serra)

Für das Jahr 2026 steht die Zeichnung im Mittelpunkt der künstlerischen Arbeiten der ausgesuchten Künstlerinnen. Schon in den letzten zwei Jahren war die Zeichnung immer wieder ein Teil der künstlerischen Präsentationen im basement. Doch im Jahr 2026 wird hier ein Schwerpunkt gelegt, auch auf das prozesshafte Arbeiten mit der Zeichnung. Die Vielschichtigkeit der Zeichnung, weg von der Signatur des Stiftes auf Papier, wird in Systemen und räumlichen Konstellationen erforscht.

“Zeichnen ist die unmittelbarste Sprache zwischen Idee und Ausführung. Es ist eine synthetische Sprache, ohne Rhetorik, direkt mit unserem Geist verbunden, in der Lage, dessen Geheimnisse zu stehlen und zu Papier zu bringen.” Pia Jardi

Wassily Kandinsky definierte Zeichnen als eine Beziehung zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem, zeigt so die Zeichnung eine Art Vorahnung von dem zu erwartenden? Subtilität, sorgfältig abgestimmte Monochromie, feine Konturen, feinste Technik – diese Beschreibungen werden eher mit Zeichnungen in Verbindung gebracht. Und sie lassen sich leichter auf traditionelle Praktiken anwenden, wo themenbezogene wie auch dokumentarische Ansätze visualisiert werden. Künstlerinnen lösen die klassische Definition der Zeichnung auf und schaffen abenteuerliche Materialverflechtungen und Collagen, Klein- und Großformate, Verschachtelungen und dreidimensionale Modelle, die im Raum wachsen. Die Linie dagegen fügt sich ein, schafft eine Fortsetzung, eine endlose Möglichkeit von Form, Grenze, Bezeichnetem und Unbezeichnetem, Sichtbarem und Unsichtbarem. Die Linie wird hier zum Medium für Wiederholung und Form.

Bei der Bilderstellung durchläuft das Zeichnen ein System verschiedener Phasen, durch Recherchen, kleinformatige Testzeichnungen als auch direkte Übertragung und Transfer auf Papier oder Wand. Im Suchprozess entstehen Übersetzungen für Strukturen, neue sowie für Atmosphären und Emotionen. Daher ist die Zeichnung nicht nur eine Skizze auf Papier, sondern vielmehr eine Praxis, die sich ständig weiterentwickelt. Die Zeichnung bildet das Sichtbare ab und macht Vorstellungen, Ideen, Reflexionen und Intuitionen sichtbar. Sie zeigt aber auch viele formale Unterschiede auf, so kann sie kann Dokumentation, Information oder Kunst sein und in der Beziehung zum Betrachter immer Kommunikation.

Die Künstlerinnen Claudia-Maria Luenig und Anna Rudolf werden über Zeitraum von 5 Wochen das prozesshafte Zeichnen über ihre eigenen Strategien entwickeln, aber mit dem Ziel sich am Ende der Ausstellungszeit zeichnerisch und räumlich anzunähern. Sich inspirieren zu lassen gemeinsame Strategien zu diskutieren und zu praktizieren in dem der Ausstellungsraum puuul dafür die sogenannte Zeichenfläche sein wird.